Der (Alb)Traum vom Maturaball

von Petra Caldonazzi - Redakteurin

Der Maturaball ist ein Höhepunkt im Leben aller Schüler*innen. Damit die Organisation aber nicht zum Albtraum wird, fordert das Team K Unterstützung für Maturant*innen.

NOVA über den (Alb)Traum Maturaball

Der Maturaball ist vor über 150 Jahren in Amerika entstanden. Allerdings nicht als Tanzveranstaltung, sondern vielmehr als eine Art Prozession, bei der die Schüler*innen der Abschlussklassen vor ihren Familien, Freunden und Bekannten vorbei spazierten, bzw. „promenierten“. Von dieser Tradition ist nicht viel übriggeblieben, außer dem Dresscode und dem Namen „Prom Night“. In Amerika ist der Abschlussball längst nicht mehr nur den Abschlussklassen vorbehalten, sondern wird inzwischen für alle Schulstufen organisiert.

Spaß oder Überforderung?

Davon abgesehen, dass der Maturaball bei uns nicht wie in Amerika für alle Schulstufen organisiert wird, hat er bei uns aber einen mindestens genauso großen Stellenwert wie in Amerika. Der Maturaball ist ein ganz besonderer Moment in jeder Schulkarriere und ebenso wenig wegzudenken, wie die Maturareise. In den allermeisten Fällen ist es ein Moment der Freude und des Spaßes. Manchmal ist es aber leider auch ein Moment des Stresses und der Überforderung.

Einen Maturaball zu organisieren und zu veranstalten ist keine leichte Aufgabe. Wer hat mit 18 Jahren schon genügend Ahnung von Bürokratie, Gesetzesvorgaben, Versicherungspflichten oder Eventmanagement im großen Stil? Aber es ist nicht nur diese fehlende Fachkenntnis, die zur Herausforderung wird. Oft führen unterschiedliche Vorstellungen in einer Klasse zu heftigen Konflikten und Streit.

Unterstützung für Maturant*innen

Damit der Traum vom Abschlussball nicht zum Albtraum wird, haben einige Schulen in den letzten Jahren beschlossen, ihre Schüler*innen bei der Organisation und Veranstaltung des Maturaballs wieder zu unterstützen. So entstand etwa die „Max Valier Gala“ der TFO Bozen, die „TouSo Night“ des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums und der Fachoberschule für Tourismus oder die „Kafka Gala“ der Wirtschaftsfachoberschule Meran. Die Unterstützung der Schulen bei der Organisation von Maturabällen ist nichts Neues. Bis vor etwa 20 Jahren war es ganz normal, dass die Schulen mitorganisierte. Sie zogen sich dann aber weitestgehend zurück, weil die Bälle immer mehr zu „Saufgelagen“ ausarteten.

Der Landtagsabgeordnete Alex Ploner und seine Kolleg*innen des Team K begrüßen diese Entwicklung und fordern auch die Politik dazu auf, die Schüler*innen bei der Organisation ihrer Maturabälle zu unterstützen. In ihrem Beschlussantrag fordern sie, dass sich Politik, Schule, Prävention, Eltern und Gemeinden an einen Tisch setzen und Rahmenbedingungen schaffen, damit der Maturaball für alle Schüler*innen zu dem Moment werden kann, der er sein soll: Ein Moment der Freude, des Spaßes und des Stolzes.

„Eine verantwortungsvolle Politik im Bildungs- und Kulturbereich schafft Rahmenbedingungen, wo solche Veranstaltungen und damit deren Akteure sich nicht selbst überlassen werden, wissend um die Probleme und Gefahren, die daraus entstehen. Jugendliche sollen zwar ihre persönlichen Erfahrungen, oft auch Grenzerfahrungen mit dem Maturaball machen, aber es gilt ihnen dabei unterstützend zur Seite zu stehen.“, so Alex Ploner.

Konkret fordert das Team K also, dass die Landesregierung, einen Arbeitstisch zum Thema „Maturabälle/Schulbälle“ einrichtet und die Oberschulen dazu zu motiviert, Beratungs- und Begleitprojekte in den dritten und vierten Klassen anzubieten und den Maturanten*innen bei der Organisation auch erfahrene und geschulte Lehrpersonen oder externe Experten*innen zur Seite stellt. Diese externen Expert*innen sollen vom Schulamt vermittelt werden und ihre Bezahlung soll aus dem Bildungsbudget des Landes geschöpft werden.

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