Täuschend echt: Wenn Fake zur Realität wird

von Redaktion Redazione

Ein Video zeigt dich in einer peinlichen Situation – nur: Es ist komplett gefälscht. Dank künstlicher Intelligenz wirken sogenannte Deepfakes täuschend echt. Was steckt dahinter, welche Gefahren gibt es und wie schützt dich das Gesetz?

Täuschend echte Videos, manipulierte Sprachnachrichten oder Bilder, die nie passiert sind – was nach Science-Fiction klingt, ist längst Realität. Möglich macht das die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI). Besonders sogenannte Deepfakes sorgen dabei für Aufsehen – und für echte Probleme.

Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind digitale Inhalte, bei denen mithilfe von KI das Gesicht, die Stimme oder sogar ganze Bewegungen einer Person so verändert werden, dass alles absolut real wirkt. Plötzlich scheint jemand etwas zu sagen oder zu tun, was in Wahrheit nie passiert ist. Das Perfide daran: Für Außenstehende ist kaum erkennbar, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Auch Kinder und Jugendliche geraten immer öfter ins Visier. Fotos aus Social Media können missbraucht und in gefälschte Videos eingebaut werden. Manchmal entstehen daraus sogar pornografische Inhalte. Die Folgen sind gravierend: Bloßstellung, Mobbing, psychischer Druck, soziale Ausgrenzung. In schweren Fällen kann das bis zu Depressionen oder Suizidgedanken führen.

Persönlichkeit, Privatsphäre und Würde müssen auch online geschützt werden.

Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller warnt vor dieser Entwicklung. Sie betont, dass digitale Gewalt genauso ernst genommen werden muss wie Gewalt im realen Leben. „Kinderrechte gelten auch im digitalen Raum“, stellt sie klar. Persönlichkeit, Privatsphäre und Würde müssen auch online geschützt werden.

Rechtlich hat sich in letzter Zeit einiges getan. Mit dem Staatsgesetz Nr. 132 vom 23. September 2025 wurden neue EU-Vorgaben in nationales Recht umgesetzt. Ziel ist es, klare Regeln für den Einsatz von KI zu schaffen. KI-Systeme müssen transparent sein, sicher funktionieren und unter menschlicher Kontrolle stehen. Besonders wichtig: Für Kinder gelten strengere Schutzmaßnahmen. Unter 14 Jahren braucht es die Zustimmung der Eltern, wenn personenbezogene Daten im Zusammenhang mit KI verarbeitet werden. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren können selbst zustimmen – allerdings nur, wenn die Informationen verständlich erklärt werden.

Außerdem gibt es nun einen eigenen Straftatbestand für Deepfakes. Wer ohne Einwilligung gefälschte oder manipulierte Bilder, Videos oder Stimmen verbreitet und damit einer Person schadet, riskiert eine Gefängnisstrafe von einem bis zu fünf Jahren. Wenn Minderjährige betroffen sind, wird automatisch ermittelt.

Es gibt Hilfe!

Was heißt das für jede und jeden Einzelnen? Sei vorsichtig mit Bildern und Videos, die du teilst – von dir und von anderen. Hinterfrage Inhalte, die extrem oder ungewöhnlich wirken. Und ganz wichtig: Wenn du betroffen bist, bleib nicht allein. Hol dir Hilfe bei Vertrauenspersonen, Lehrpersonen oder Beratungsstellen.

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