Essstörungen bei Jugendlichen: Warum Prävention immer wichtiger

von Redaktion Redazione

Essstörungen betreffen immer mehr junge Menschen – auch in Südtirol. Besonders soziale Medien können Druck erzeugen, bestimmten Schönheitsidealen zu entsprechen. Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller betont deshalb, wie wichtig Prävention, Medienkompetenz und Unterstützung sind.

In Südtirol wird seit einigen Jahren ein Anstieg von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen beobachtet. Besonders häufig treten sie zwar bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren auf, doch Fachleute stellen fest, dass immer mehr Minderjährige betroffen sind. In manchen Fällen zeigen sich Essstörungen sogar schon vor der Pubertät.

Essstörungen betreffen Körper und Geist

Essstörungen sind komplexe Erkrankungen. Sie betreffen nicht nur den Körper, sondern auch die psychische Gesundheit. Für Jugendliche können sie die emotionale Entwicklung und die Suche nach der eigenen Identität stark beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Unterstützung anzubieten und über das Thema zu sprechen.

Auffällig ist, dass Essstörungen deutlich häufiger bei Mädchen und jungen Frauen auftreten. Gleichzeitig sind aber auch immer mehr Jungen und junge Männer betroffen. Diese Entwicklung zeigt, dass Präventionsangebote für alle Jugendlichen wichtig sind.

Neben persönlichen und familiären Faktoren spielt heute auch das soziale Umfeld eine große Rolle – besonders die digitale Welt. Soziale Medien gehören für viele junge Menschen zum Alltag. Sie sind Orte, an denen man sich austauscht, Freundschaften pflegt und neue Inhalte entdeckt. Gleichzeitig begegnen Jugendlichen dort oft sehr einseitige oder unrealistische Schönheitsideale.

Perfekt inszenierte Fotos – steigender Druck auf Jugendliche

Viele Bilder und Videos im Netz zeigen perfekt inszenierte Körper oder stark bearbeitete Fotos. Wer diese ständig sieht, beginnt sich leicht mit ihnen zu vergleichen. Dadurch kann der Druck wachsen, genauso auszusehen oder ein bestimmtes Körperbild zu erreichen. Gerade in einer Lebensphase, in der Jugendliche noch herausfinden, wer sie sind und was sie ausmacht, kann das das Selbstwertgefühl beeinflussen.

Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller betont deshalb, wie wichtig es ist, junge Menschen dabei zu begleiten, einen kritischen Blick auf solche Inhalte zu entwickeln. Medienkompetenz hilft dabei zu verstehen, dass vieles im Internet nicht der Realität entspricht. „Der eigene Wert sollte nicht davon abhängen, wie man aussieht oder wie viele Likes man online bekommt“, hebt Höller hervor.

Bewussten Umgang mit Medien fördern

Um Essstörungen vorzubeugen, braucht es das Engagement vieler Beteiligter: Familien, Schulen, Gesundheitsdienste und Institutionen. Besonders wichtig sind Angebote, die die emotionale Entwicklung stärken, das psychische Wohlbefinden fördern und einen bewussten Umgang mit Medien vermitteln.

„Frühe Prävention bedeutet vor allem eines: Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, eine gesunde Beziehung zu ihrem Körper, ihren Gefühlen und zu sich selbst aufzubauen“, unterstreicht Kinder- und Jugendanwältin Höller. „Denn wer sich selbst akzeptiert und Unterstützung bekommt, ist besser geschützt vor dem Druck, perfekt sein zu müssen.“

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