Stell dir vor, eine Person mit Behinderung möchte mit dem Bus in die Stadt fahren, aber der Einstieg ist zu hoch oder die Haltestelle hat keine Infos in Blindenschrift. Für viele Menschen mit Behinderungen sind solche Hürden aber Alltag. Und genau hier setzt ein spannendes gemeinsames Projekt des Südtiroler Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und der drei Landesbildungsdirektionen an: Mittelschülerinnen und -schüler entwickeln kreative Lösungen für Mobilitätsbarrieren und eine barrierefreie Zukunft.
Warum ist das wichtig?
„Barrierefreie Mobilität ist ein grundlegendes Recht für Menschen mit Behinderungen“, erklärt Brigitte Hofer, Vorsitzende des Südtiroler. Mobilität bedeutet Freiheit – und die soll für alle gelten, egal, ob jemand im Rollstuhl sitzt, schlecht sieht oder wenig hört.
Deshalb hat der Monitoringausschuss den Ideenwettbewerb „Barrierefreie Mobilität“ initiiert. Mit dabei sind fünf italienische und eine deutsche Mittelschulklasse.
Bis Ende Februar 2026 haben die Jugendlichen nun, ihre Ideen auszuarbeiten. Ob Zeichnungen, Modelle, Videos oder Präsentationen – alles ist erlaubt! Eine Jury aus Fachleuten für Inklusion sowie Mitgliedern Selbstvertreter:innen des Monitoringausschusses bewertet die Beiträge. Die besten Projekte werden im Mai 2026 bei einer Tagung vorgestellt und prämiert.
Die Organisatoren sind überzeugt davon, dass junge Menschen einen frischen Blick auf Probleme haben. „Nur wenn wir früh Bewusstsein schaffen, können wir gemeinsam den Weg in eine inklusive Zukunft ebnen“, sagt Brigitte Hofer. Auch Hansjörg Unterfrauner von der deutschen Bildungsdirektion betont: „Die Kreativität der Schüler:innen stellt einen enormer Wert dar.“ Und Christian Rispoli, Schulinspektor für Inklusion der italienischen Bildungsdirektion, ergänzt: „Inklusion ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für eine gerechte Gesellschaft.“ „Die Ideen und das Engagement junger Menschen sind entscheidend, um eine wirklich inklusive Mobilität für alle zu erreichen“, hebt Heinrich Videsott, Schulinspektor für Inklusion der ladinischen Bildungsdirektion, hervor.
Was heißt das konkret?
Die Klassen sollen überlegen, wie man Hindernisse im Alltag beseitigen kann: Rampen statt Treppen, verständliche Infos für alle, einfache Wege für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen. Vielleicht entstehen sogar völlig neue Ideen. Die Schülerinnen und Schüler können beim Entwickeln ihrer Lösungsvorschläge auch Mitglieder des Monitoringausschusses einbeziehen – dies, um das Verständnis für Barrierefreiheit zu vertiefen und praxisorientierte Ideen zu erarbeiten.
Das Projekt zeigt, dass Inklusion uns alle angeht. Und wer weiß – vielleicht kommt die nächste große Lösung für barrierefreie Mobilität von einer Mittelschule aus Südtirol!